Bürgerfragestunde in Utphe

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Rainer Wengorsch stellt sich den Fragen der Utpher

Zu einer Bürgerfragestunde in der Volkshalle in Utphe hatten die Kandidaten der CDU und der FW für den Ortsbeirat Utphe auch den Bürgermeisterkandidaten Rainer Wengorsch eingeladen.

Brgerfragstunde_KandidatenBegrüßt wurden die zahlreichen Besucher durch Ortsvorsteher Karl-Ludwig Büttel. Er freute sich, dass so viele Bürger der Einladung gefolgt waren. Besonders begrüßte er  den gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten Rainer Wengorsch in Utphe und hoffte auf einen angeregten Austausch mit den Besuchern.

Schon bei seiner Vorstellung machte Rainer Wengorsch klar, dass seine Schwerpunkte auf der Haushaltskonsolidierung und der Zukunftsfähigkeit von Hungen und seinen Ortsteilen liegt. Er möchte die Bürger mehr in die Haushaltsplanung einbringen und stellt das Konzept eines Bürgerhaushaltes vor. Er stellt dabei klar heraus, dass man nicht jede Investition tätigen muss, die bezuschusst wird. So sei es doch trotz aller Fördermaßnahmen immer erforderlich, auch Geld seitens der Stadt in die Hand zu nehmen. Man muss diese Investitionen auf das Notwendige beschränken. Eine Ausgabendisziplin sei zwingend notwendig. Hingegen darf nicht an der falschen Stelle gespart werden. So steht er für die Förderung der Vereinsarbeit und Stärkung des Ehrenamtes. Die Vereine stellen für Wengorsch einen wichtigen Grundstock der Gesellschaft dar und müssen entsprechend weiter gefördert werden. Alle Sparmaßnahmen müssen dazu dienen den Handlungsspielraum von Hungen zu erhalten. Weiter spricht er sich für die Ansiedlung von Gewerbe, Förderung des Einzelhandels und des vorhandenen Gewerbes aus.

Bürgermeisterkandidat Wengorsch spricht sich klar für den Schulstandort Hungen aus. Die Gesamtschule Hungen sei ein Pfund, so Wengorsch, wenn es darum geht, junge Familien nach Hungen zu locken. Auch die gut geführten Grundschulen und  Kindergärten, sowie die Angebote zur Betreuung in der Flohkiste und der Gruppe Dreikäsehoch seien beispielhaft zu erwähnen.

Ebenso ging er auf den demographischen Wandel der Gesellschaft ein und spricht hier besonders ein seniorengerechtes Hungen  an. Barrierefreiheit, nahe Einkaufmöglichkeiten, kurze Wege. Auch von den Zuhörern wurde hier angemerkt, dass zum Beispiel, der Markt in Berstadt den älteren Bürgern eine Fahrgelegenheit zum Einkaufen anbietet. Dies fehle in Hungen. Hierzu bemerkte Wengorsch, dass es für ihn ein Ziel sei, den  öffentlichen Personennahverkehr zu stärken und auszubauen, nicht nur in Bezug auf Hungen, sondern auch als Anbindung an die Arbeitsplätze im Rhein-Main-Gebiet. Die Neueröffnung der Bahnstrecke Hungen – Wölfersheim sei zwar begrüßenswert, aber wohl in der nächsten Zeit noch nicht zu realisieren. Auch die Finanzierung wird für eine Stadt wie Hungen eine Nummer zu groß, war zu hören. Hier muss ein Investor gesucht werden. Für Wengorsch ist die Steigerung des ÖPNV zum Beispiel durch einen Schnellbus die kurzfristige Lösung bis man sicher weiß, wie es mit der Bahnlinie weitergeht. Es sei falsch zu suggerieren, dort fahre morgen schon ein Zug, bemerkte er.

Auf die Frage nach der Zusammenlegung der Feuerwehren antwortet Wengorsch mit einem klaren Nein. Man muss die Identität der einzelnen Vereine wahren. Bei einer Zusammenlegung, so war auch aus der Mitte der Zuhörer zu erfahren, werden viele Feuerwehraktive nicht mitmachen. Gerade bei den Feuerwehren gilt es, das Ehrenamt zu stärken und alles zu tun, die Feuerwehren zu stärken, um ihre Einsatzkraft zu erhalten. Auch die Feuerwehr hat, sowie alle andere Vereine, einen wichtigen gesellschaftlichen Auftrag.

Ortsvorsteher Karl-Ludwig Büttel bemängelte auf die Frage von Wengorsch nach der Umgehungstrasse für Utphe, dass sich die Verkehrssituation weiter verschlechtert hat. Der Ortsbeirat habe einstimmig eine Wiederaufnahme der Ortsumgehung Utphe im letzten Jahr beschlossen. Aber auch verschiedene, seit Jahren geforderte Maßnahmen, wie eine den Verkehr beruhigende Gestaltung der Ortseingänge, eine fest installierte Radaranlage, eine weitere Ampel, eine Versetzung des Ortseingangschildes, Geschwindigkeitsbegrenzungen usw. wurden nicht umgesetzt. Gerade im Bereich der Volkshalle und des Sportplatzes gibt es keine sichere Möglichkeit, die stark befahrene Bundesstrasse zu überqueren. Stadtrat Weber (CDU) kritisierte die manchmal einfach zu langen Entscheidungswege von Antragstellung bis zur Umsetzung von Maßnahmen.

 

Brgerfragestunde_Besucher_1Eine weitere Frage von Büttel an den Bürgermeisterkandidaten bezog sich auf einen Verfügungshaushalt für die Ortsbeiräte. Man könne doch in einem gewissen Rahmen die Verwaltung entlasten wenn man, zum Beispiel kleinere Reparaturen oder Maßnahmen, selbst in Auftrag geben könnte. Im Rahmen der Selbstverwaltung sollte es auch möglich sein, kleinere Anschaffungen für die Ortsteile zu tätigen, ohne große bürokratische Hürden bewältigen zu müssen. Zu diesem Punkt antwortet Wengorsch wie wichtig ihm der Erhalt der Ortsbeiräte und der Ortsvorsteher, als Ansprechpartner zwischen den Ortsteilen, der Verwaltung und dem Rathauschef ist. Die Ortsbeiräte dienen auch dazu, die Identität der Ortsteile zu bewahren.  Er könne sich durchaus vorstellen den Ortsbeiräten einen überschaubaren Verfügungsrahmen zur Verfügung zu stellen.

Nach vielen weiteren Fragen stellte Rainer Wengorsch das große Interesse der Utpher an ihrem Ortsteil und der Entwicklung der Stadt Hungen fest. Er spricht sich für eine Gleichbehandlung aller Ortsteile aus. Wichtig sei, dass die Entscheidungen die getroffen werden, für den Bürger nachvollziehbar seien; denn, wie es dem Leitspruch  entspricht, der Bürgerwille verdient Respekt.

Ortsvorsteher Büttel bedankte sich für den informativen Abend und die rege Beteiligung der Besucher, besonders bei Rainer Wengorsch für die offene Art der Beantwortung der Fragen.

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